Rauriser Literaturpreis 2021
Benjamin Quaderer

Den Rauriser Literaturpreis 2021 (vergeben vom Land Salzburg, dotiert mit EUR 10.000,-) erhält Benjamin Quaderer für sein Romandebüt „Für immer die Alpen“ (Luchterhand 2020).

Begründung der Jury (Tanja Graf, Werner Michler, Anne-Sophie Scholl):

„Für immer die Alpen“ führt auf durch und durch unzuverlässiges Terrain. Genau wie dessen Held erfindet sich das Buch selbst immer wieder neu. Es beginnt als klassischer Schelmenroman, mutiert zum Finanzthriller, zum postmodern schillernden Vexierstück und entpuppt sich schließlich als eine Art invertiertes Nationalepos des fürstlichen Kleinstaates, dessen existenzsichernde Adern nach außen gestülpt die globale Welt umspannen – sei es als Finanz- und Datenströme oder als kühne Erzählstränge.
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Mit großer Leichtigkeit, subtilem Witz und kompositorischer Souveränität jongliert der Autor unterschiedlichste literarische Techniken oder Erzähltraditionen und baut en passant Referenzen an Größen wie Günter Grass oder Jorge Luis Borges ein. Der Roman ist ebenso unterhaltsam wie tiefsinnig und literarisch ambitioniert. Von feiner Ironie und menschlichem Fatalismus durchzogen, zeichnet der 31-jährige Autor in „Für immer die Alpen“ ein mutiges Porträt voller kritischer Schärfe seiner Heimat Liechtenstein. Das Debüt zeugt von großer literarischer Reife. Es ist ein Wurf.

Benjamin Quaderer

Geboren 1989 in Feldkirch (Vorarlberg), aufgewachsen in Liechtenstein, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und in Wien. Er war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „BELLA triste“ und Teil der künstlerischen Leitung von „PROSANOVA 2014 – Festival für junge Literatur“. „Für immer die Alpen“ ist sein erster Roman. Für einen Auszug daraus erhielt er den 2. Preis beim Open Mike 2016 und ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats. Er lebt in der Nähe von Berlin.

Foto: Jens Öllermann