FÜNFZIG.2

Als wir aufgrund der sich rasend ausbreitenden COVID-19-Pandemie auf die Durchführung der Rauriser Literaturtage 2020 verzichten mussten, waren wir sofort entschlossen, dies nicht als Absage, sondern nur als Verschiebung zu betrachten. Auch wenn von einer Rückkehr zu einem normalen Veranstaltungsbetrieb noch keine Rede sein kann, wollen wir Sie das nur geringfügig veränderte Programm der 50. Saison in Rauris nun ein Jahr später erleben lassen – entsprechend den voraussichtlich gültigen Sicherheitsbestimmungen.

Seit 1971 haben über 450 Autorinnen und Autoren aus zahlreichen Ländern bei den Literaturtagen gelesen. Die überregionale Wirkung des Festivals ist auch mit dem Rauriser Literaturpreis verbunden: Viele der Autorinnen und Autoren, die den Preis erhielten, haben in der Folge Karriere gemacht – darunter mit Herta Müller auch eine Nobelpreisträgerin (2009).
Sie und eine Reihe anderer Rauriser Literaturpreisträgerinnen und -träger haben wir auch für unseren zweiten Anlauf zur Jubiläumssaison eingeladen, um – ausgehend von ihren Werken, die jeweils in Rauris erste Anerkennung gefunden haben – einen Eindruck davon zu vermitteln, was sie heute bewegt, worüber sie schreiben. Weitere Autorinnen und Autoren stellen aktuelle Werke aus den Bereichen Kinder- und Jugendliteratur, Lyrik und – erstmals – Spoken Word vor.

Auch 2021 wollen wir somit im Rahmen einer attraktiven Veranstaltungsreihe einen Blick auf wichtige Themen und Formen werfen, mit denen sich eine repräsentative Auswahl herausragender Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Gegenwart beschäftigt, und an ihrem Beispiel den Stellenwert verdeutlichen, den die Rauriser Literaturtage in der Geschichte der modernen deutschsprachigen Literatur einnehmen.
Einen Überblick über die ersten 50 Jahre ihres Bestehens bieten die Literaturtage außerdem in einer reich illustrierten Publikation zum Jubiläumsjahr. Eine Ausstellung im „Mesnerhaus“, dem neu renovierten „Haus für Kultur & Literatur“, wird diese Dokumentation ergänzen, sobald der Besuch von Publikum wieder möglich ist.

Ines Schütz und Manfred Mittermayer