VERENA MERMER

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Geboren 1984 in St. Egyden am Steinfeld (Niederösterreich), lebt als Autorin und Literaturwissenschaftlerin in Wien. Studium der Germanistik, Romanistik und Indologie, Auslandsaufenthalte an Universitäten in Delhi, Baku und Cluj-Napoca. Sie hat an einem Forschungsprojekt zu alternativen Formen der Sexualität in der rumänischen Literatur nach 1945 gearbeitet und engagiert sich im „Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur“. Im Zuge dessen hat sie 2018 die Lebenserinnerungen von Louise Werner im Verlag der Theodor-Kramer-Gesellschaft herausgegeben.

Für ihre schriftstellerische Arbeit wurde Mermer mit mehreren Auszeichnungen und Förderungen bedacht, u.a. mit einem START-Stipendium für Literatur (2014), dem Exil-Literaturpreis für AutorInnen mit Deutsch als Erstsprache (2016), einem Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin (2017), dem Gustav-Regler-Förderpreis des Saarländischen Rundfunks (2017) und einem Aufenthaltsstipendium in der Casa Litterarum Paliano (2018).

Nach dem Debüt die stimmen über den dächern (2015) ist Autobus Ultima Speranza (2018) Verena Mermers zweiter Roman, beide sind im Salzburger Residenz Verlag erschienen. Sie erzählt darin von einer Busfahrt von Wien nach Rumänien und vom Leben der Arbeitsmigranten, die unterwegs nach Südosten sind, von ihren Schicksalen und Hoffnungen.

Die Handlung von Autobus Ultima Speranza setzt auf einem abgelegenen, nicht eben einladenden Terminal für Fernbusse ein. Werbeanzeigen locken in diverse Urlaubsdestinationen, die Fahrten nach Italien, Frankreich und Deutschland sind längst ausgebucht. „Diejenigen, die im Lauf der nächsten Stunden ostwärts reisen, haben allerdings anderes vor als eine Entdeckungsreise in die ihnen ohnehin wohlbekannten Städte und Dörfer Polens, Ungarns und Rumäniens.“ Der Erntehelfer Florin, die Reinigungskraft Daiana, der Busfahrer Ioan: Sie brechen nicht als Touristen auf, und sie haben viel mehr Last zu tragen als bloß ihr Gepäck. „Ein starkes, zeitgenössisches Buch, das zeigt, dass die österreichische Gegenwartsliteratur auch über den Tellerrand blickt.“ (APA)