TOM SCHULZ

Tom Schulz - (c) Daniel Hengst










Geboren 1970 in der Oberlausitz, arbeitet heute als Lyriker und Übersetzer, als Journalist, Herausgeber und Dozent für Kreatives Schreiben in Berlin.

In den letzten 20 Jahren hat Schulz eine Vielzahl an Gedichtbänden vorgelegt, darunter Vergeuden, den Tag (2006), Hundert Jahre Rütli (2007), Innere Musik (2012), Lichtveränderung (2015) und Die Verlegung der Stolpersteine (2017). In der Kölner parasitenpresse veröffentlichte er, gemeinsam mit Timo Berger, 2005 Übertragungen von Gedichten des chilenischen Autors Germán Carrasco. Mit Mirko Bonné gab er 2014 – zum 100. Todestag des Autors – das Buch Trakl und wir. Fünfzig Blicke in einen Opal heraus, in dem Trakls Gedichte mit Texten von Gegenwartsautorinnen und -autoren in Korrespondenz treten.

Für seine Arbeiten wurde Schulz u. a. mit dem Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur (2010) und dem Alfred-Gruber-Preis (2014) ausgezeichnet und erhielt darüber hinaus zahlreiche Stipendien. Als Lyriker gehört er, so Roman Bucheli, zu einer Generation von Autoren, die sich „ganz selbstverständlich der unterschiedlichsten Formen“ bedienen: „Sie sind nicht um jeden Preis avantgardistisch und schrecken dennoch nicht vor sprachlichen und formalen Experimenten zurück. Sie spielen mit dem Material und bleiben erst recht ganz nah an den Dingen.“

Tom Schulz ist ein ‚Reiseschriftsteller‘ im besten Sinne des Wortes: Regelmäßig erscheinen in der Neuen Zürcher Zeitung Reportagen aus aller Welt. 2016 publizierte er mit Das Wunder von Sadagora den Bericht von einer Reise durch Galizien und Schlesien. Zugleich interessiert sich Schulz für das Unterwegssein im eigenen Land, im Bekannten und scheinbar Vertrauten: Wir sind jetzt hier. Neue Wanderungen durch die Mark Brandenburg (2014) heißt der Reisebericht, dessen Untertitel auf Theodor Fontane anspielt und den Schulz gemeinsam mit dem Berliner Autor und Buchhändler Björn Kuhligk verfasst hat; 2017 folgte Rheinfahrt. Ein Fluss, seine Menschen, seine Geschichten.

Auch sein neuester Lyrikband Reisewarnungen für Länder Meere Eisberge, Anfang 2019 bei Hanser Berlin erschienen, weist Schulz als weltgewandten, sich immer neu auf den Weg machenden Schriftsteller aus. Er widmet sich der Schönheit und dem Schrecken der Welt gleichermaßen, sei es in Medellín, in Venedig oder auf den Plantagen von Tazacorte.