SIMONE LAPPERT

Simone Lappert - (c) privat










Geboren 1985 in Aarau, studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, lebt und arbeitet in Basel. Ihr Debütroman Wurfschatten, der auf der Shortlist des Rauriser Literaturpreises und des aspekte-Preises stand, erschien 2014 im Berliner Metrolit Verlag.

Lappert ist Mitglied der Basler Lyrikgruppe, Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel, Mitbegründerin der transdisziplinären Gesprächsreihe „Raum für Unsicherheit“ sowie Schweizer Kuratorin von „Babelsprech“, einer der wichtigsten Initiativen einer neuen Generation von Lyrikerinnen und Lyrikern. Ihre Texte sind u.a. in den Literaturzeitschriften BELLA triste, Orte, Ostragehege und poet erschienen; ein Gedichtband ist für 2019 in Vorbereitung. Die Autorin wurde u.a. mit dem Heinz-Weder-Preis für Lyrik (2013), dem Newcomerpreis des Literaturpreises Wartholz (2014) und dem Lions-Kunstpreis für Literatur (2017) ausgezeichnet; außerdem erhielt sie für ihre literarische Arbeit Förderungen renommierter Institutionen, etwa einen Werkbeitrag der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia (2015) sowie Werkbeiträge des Aargauer Kuratoriums (2012 und 2017).

Immer wieder ist in Lapperts Gedichten vom Verharren und vom Sich-in-Bewegung-Setzen die Rede, vom „fortgang der zeit“ und von der Erinnerung an die „kinderjahre“, „zwischen den halmen, im flickwerk der felder“. Welche Herausforderungen warten, wenn wir uns, „schultern und kragen wie segel gesetzt“, den Wirrnissen der Welt stellen? Im Gedicht “1992″, in der Anthologie Lyrik von jetzt 3 / Babelsprech (2015) gedruckt, steht jemand winters am Fenster, „knie gegen heizstab“, und während die Atemluft „die scheiben mit tauendem gedankenfrost“ beschlägt, gerät der „durchstapfte rasen“ in den Blick, in dem sich Spuren einstiger „weggehversuche“ ausmachen lassen, „heimlich und klein und tief gefroren“.

In eindrücklichen Sprachbildern zeigt Simone Lappert, anschaulich und poetisch zugleich, den Entschluss zum Aufbruch und das Verweilen im Sicheren und vorderhand Behaglichen als schwer vereinbare Optionen: „stehst ganz handwarm jetzt, / in deiner radiatorenstille, und enteist die wut in deinen fäusten“. Mit großem formalem Ernst, aber doch leicht, entwerfen ihre Gedichte faszinierende, nicht selten melancholisch getönte Perspektiven auf die Welt.