RAOUL SCHROTT

Raoul Schrott - © Peter-Andreas Hassiepen
Raoul Schrott, geb. 1964 in Landeck/Tirol, Schriftsteller, Übersetzer und Literaturwissenschaftler; veröffentlicht Lyrik, Prosa und Essays. In seinem Werk verbindet sich auf fruchtbare Weise fundierte Sachkenntnis mit poetischer Inspiration; seine Nachdichtungen antiker Werke („Gilgamesh“, „Ilias“) begeistern durch sprachliche Frische und Lebendigkeit, so auch seine moderne Version der ältesten Quelle griechischer Literatur, Hesiods „Theogonie“ (2014).




Hesiod: Theogonie. Aus dem Griechischen übersetzt und erläutert von Raoul Schrott.
München: Hanser 2014.


„Nicht als originalgeniehaften Erfinder der Poesie stellt Schrott Hesiod an den Anfang der europäischen Literatur, sondern als ersten uns fassbaren Agenten in einem orientalisch-griechischen Kulturaustausch […]. Die Musen, wie wir sie kennen, erblickten das Licht der Welt in dem sich daran anschließenden Assimilationsprozess. Dichtung wird so zum Nebenprodukt einer kulturellen Verschmelzung orientalischer und griechischer Vorstellungen.“
(Dirk Uwe Hansen, Signaturen. Magazin für autonome Poesie)

„Folgt man ihm in seinen kühnen Ableitungen zu den ugaritischen (syrischen) Quellen Hesiods, dann ist die “Theogonie” so etwas wie ein griechisch-nahöstliches “Finnegans Wake”, ein Buch, das Sprachen und Kulte übereinanderschreibt. Eine ungemein faszinierende Perspektive, die im Einzelnen von Althistorikern und Philologen zu prüfen sein wird.“
(Lorenz Jäger, Frankfurter Allgemeine Zeitung)