Die Literaturtage 2018

Mittermayer-Schuetz

FRÜHE.JAHRE


Kindheitsbilder sind „Konstruktionen in den Köpfen der Erwachsenen“, schreibt die Kindheitsforscherin Imbke Behnken und macht damit deutlich, dass die Wahrnehmung von Kindheit ein soziokulturell überformtes Phänomen ist. Ähnliches gilt für die Jahre, in denen wir als Jugendliche von Kindern zu Erwachsenen werden.

Dass wir auch die Geschichten unserer eigenen Kindheit und Jugend immer neu erfinden, vor allem je größer der zeitliche Abstand dazu ist, fällt uns bei manchen Familien- oder Klassentreffen auf. Wir interpretieren unsere frühen Jahre neu, oft auch im Licht gängiger Vorstellungen von dieser Lebensspanne.

In literarischen Texten wird das auf unterschiedlichste Weise reflektiert. Gleichzeitig tragen diese Entwürfe von Kindheit und Jugend dazu bei, wie unser Konzept von den ersten Jahren unseres Lebens aussieht. Das betrifft autobiografisch gefärbte Texte genauso wie fiktionale; Geschichten, die aus einer ganz jungen Menschen nachempfundenen Perspektive erzählt werden, oder solche, in denen dieser Blick bewusst artifiziell bleibt.

Bei den Rauriser Literaturtagen 2018 geht es in Lesungen und Gesprächen mit Autorinnen und Autoren um Fragen wie: Welche Bilder von Kindheit und Jugend entwerfen literarische Texte? Wie lassen sich die frühen Jahre unseres Lebens erzählen? Wie wirken sich Reflexionen über diese Zeit auf die Art und Weise aus, wie erzählt wird? Auch in diesem Jahr wird sich zeigen, wie faszinierend vielfältig die Antworten sind, die dabei literarisch erprobt und durchgespielt werden.


Ines Schütz und Manfred Mittermayer