PETRA NAGENKÖGEL

Petra Nagenkögel (c) Eva-Maria Mrazek










Geboren 1968 in Linz, lebt als Autorin, Literaturvermittlerin und (seit 1996) als Leiterin des Literaturvereins „prolit“ in Salzburg. 2002 erschien ihr erster Roman Dahinter der Osten, 2005 und 2012 folgten zwei Gedichtbände mit Anagrammen – einer lyrischen Form, mit der sich die Autorin intensiv auseinandergesetzt hat. Daneben hat sie zahlreiche Anthologien (mit)herausgegeben, darunter Land in Sicht. Bilder und Geschichten aus Liefering und anderswo (1996), Von Lehen. Mitten aus dem Stadtteil (2009) und Von Lehen 2. Rund um das Stadtwerk (2011), sowie Sammelbände betreut, die im Rahmen von Schreibwerkstätten mit Flüchtlingen, Strafgefangenen und psychisch beeinträchtigen Menschen entstanden sind.

Für ihre Arbeit wurde Nagenkögel mit Preisen und Förderungen bedacht, u.a. mit Jahresstipendien des Landes Salzburg (1999 und 2016), Aufenthaltsstipendien im Schiele Art Center in Český Krumlov (2004, 2006 und 2015), dem Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik des Landes Salzburg (2004) sowie dem Jubiläumsstipendium der Literar-Mechana (2011); außerdem war sie Stadtschreiberin in Schwaz (1999) und in St. Johann/Tirol (2005).

Mit ihrem neuen Buch Dort. Geografie der Unruhe (Jung und Jung, 2019) legt Petra Nagenkögel ein vielschichtiges Plädoyer für den Aufbruch ins Unvertraute und Ungewohnte vor. Unterwegs im Argentinien der Gegenwart, in dem das ‚alte Europa‘ immer noch präsent ist, steht ein ums andere Mal die Frage im Mittelpunkt, wie sich Erfahrungen von Fremdheit und Nähe in Sprache fassen lassen. „Und vielleicht geht es immer wieder nur darum: um diesen kleinen Moment, in dem du den Ausgang des Flughafens passierst, die Drehtür dich auswirft. Um den ersten Schritt auf ungesichertem Gelände, um die Verschiebung deiner Fremdheit von da nach dort. Weil du nicht weißt, was es heißt, anzukommen. Weil du nicht weißt, was Hier bedeutet.“

Dort enthält eine Vielzahl an Reflexionen, erzählerische Miniaturen, die sich aus kleinen Beobachtungen, Szenen, Momentaufnahmen ergeben. Das Buch versucht das Land nicht aus der Position einer Immer-schon-Wissenden zu erklären; aus ihm spricht zuallererst die Neugierde, das Staunen. Doch ergibt sich daraus kein harmonisches Bild einer Gesellschaft, vielmehr treten deren Brüche und Konflikte in Nagelkögels „Geografie der Unruhe“ nur zu deutlich hervor.