PEGGY MÄDLER

Peggy Maedler - (c) Jan Konitzki










Geboren 1976 in Dresden, hat Theater-, Erziehungs- und Kulturwissenschaft studiert, lebt und arbeitet als Autorin und freie Dramaturgin in Berlin. Sie ist Mitbegründerin der Künstlerformation „Labor für kontrafaktisches Denken“.

Ihre Dissertation zum Thema „Die Inszenierung von Arbeit und Geschlecht in Theatertexten der DDR und durch ost-deutsche AutorInnen nach 1990“ wurde mit einem Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert (2004–2007). Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie mit einem Stipendium des Künstlerdorfs Schöppingen (2008/09), einem Aufenthaltsstipendium im Alfred-Döblin-Haus Wewelsfleth (2010) und einem Arbeitsstipendium des Berliner Senats (2012) bedacht. 2013 war Peggy Mädler Stadtschreiberin von Rheinsberg. Als Dozentin hat sie u.a. an der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, an der Universität Hildesheim, an der Hochschule für Musik Hanns Eisler und am BARD-College Berlin gelehrt.

Nach dem 2011 erschienenen Debüt Legende vom Glück des Menschen ist Wohin wir gehen (2019) ihr zweiter Roman: die Geschichte zweier Freundinnen, eine Erzählung über Verluste und Hoffnungen, über Abschiede und Neuanfänge, die immer auch im Schatten der Zeitläufte stehen. Bereits in ihrem Debütroman spielte die Erfahrung der Lebenswelt der DDR eine entscheidende Rolle, wobei Mädler – wie die Autorin in Interviews äußert – auch Autobiografisches in den literarischen Text eingewoben hat. Ein Fotoband aus den 1960er Jahren wird für die Erzählerin der Legende vom Glück des Menschen zum Anlass, sich in die Geschichte ihrer Vorfahren zu vertiefen – die Frage, wie ein glückliches Leben aussehen könnte, und die politischen Voraussetzungen für dessen Gelingen sind dabei eng verwoben. Christopher Schmidt nannte das Buch in der Süddeutschen Zeitung einen „klugen Roman von lakonischer, sachlicher Poesie“.

Ihrem zweiten, erneut im Berliner Galiani Verlag erschienenen Roman Wohin wir gehen, einer eindrücklichen Familiengeschichte über die Generationen hinweg, hat Mädler ein Motto aus einem Gedicht von Hilde Domin vorangestellt, das mit dem diesjährigen Thema der Rauriser Literaturtage nachgerade mustergültig korrespondiert: „Man muß weggehen können / und doch sein wie ein Baum: / als bliebe die Wurzel im Boden, / als zöge die Landschaft und wir ständen fest.“