LUDWIG LAHER

Ludwig Laher - © Katharina Laher
Ludwig Laher, geb. 1955 in Linz, Autor von Lyrik, Prosa, Romanen, Essays, Hörspielen, Drehbüchern; „Herzfleischentartung“ (2001), „Verfahren“ (2011), „was hält mich“ (Lyrik, 2015). Im Roman „Bitter“ (2014) setzt er sich auf die Spur des NS-Funktionärs Franz Kranebitter, Gestapo-Chef in Wiener Neustadt, später Kommandant von Sicherheitspolizei und SD im ukrainischen Charkow. Laher gelingt es dabei, anhand eines erzählten Lebens die alltäglichen Strukturen der Barbarei freizulegen.



„Ludwig Laher beschreibt den Mörder von außen, er sucht ihn festzumachen über Dokumente und wagt sich immer wieder nah an den Typus des autoritären Charakters. … So einer wie Bitter kommt nach dem Krieg heil davon, wird nie belangt. So ist das auch ein Buch über den Umgang der Österreicher mit ihrer jüngsten Vergangenheit, als Mörder unangefochten ihren Platz inmitten der Gesellschaft einnehmen durften. Ein Lehrstück, das fassungslos macht.“ (Anton Thuswaldner zu Bitter, Salzburger Nachrichten)

„Nicht zum ersten Mal entscheidet sich Laher für ein halbdokumentarisches Erzählverfahren, dennoch handelt es sich um einen Roman, denn Laher nimmt sich die Freiheit, Quellenlücken mit eigenen Vermutungen zu füllen und Situationen szenisch zu veranschaulichen. … Ob Banalität des Bösen oder Skrupellosigkeit aus krankhaftem Ehrgeiz, emotionale Kälte oder heiße Lust aufs Quälen – so wie bei vielen NS-Verbrechern ist auch im Fall Bitter die ‚Qualität‘ der kriminellen Energie nicht restlos zu klären. Aber Laher gelingt das Mögliche: Er macht einen konkreten Einzelfall als repräsentatives politisches Phänomen plausibel.“ (Christian Schacherreiter zu Bitter, Oberösterreichische Nachrichten)