BREDA SMOLNIKAR

Breda Smolnikar - © Tit Brecelj
Breda Smolnikar, geb. 1941 in Herceg Novi (heute Montenegro), lebt in Slowenien. In ihrer poetischen Erzählung „Ko se tam gori olistajo breze“ („Wenn die Birken Blätter treiben“, 1998; dt. 2015) erzählt sie von Emigration und Krieg, von Geschäftstüchtigkeit und nationalem Selbstverständnis und spannt einen Bogen über die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der Text hatte einen jahrelangen existenzbedrohenden Rechtsstreit zur Folge.

Übersetzung: Erwin Köstler


„Die kurze Erzählung, oder besser: der kurze, aber heftige Erzählstrom setzt mit einem Kleinbuchstaben auftaktlos ein und verklingt in prächtig orchestrierten Schlussakkorden. So wird das Fragmentarische betont und kein Punkt (als Satzzeichen) setzt der atemlosen Prosa Grenzen. … Breda Smolnikar liefert sich in ihrem „Poem in Prosa“ ganz dem Rhythmus aus, den ihr die Heldin vorgibt: Sehr hell im Kopf, mit einem fantastischen Gedächtnis begabt und immens fleißig, stürzt sich Rozina ins Leben, und das heißt bei ihr: ins Geschäft. Für diesen Furor hat die Autorin die richtige Sprache gefunden, und so folgt der Leser mit zunehmender Begeisterung, ja hingerissen, den Stationen dieses denkwürdigen Erwerbslebens. Wird hier eine Studie über die Gier abgeliefert? Wenn ja, dann sicher nicht nur über die Gier nach dem Pekuniären. Und wenn man die Frage weiter fasst: Haben wir es hier mit einer Studie über exzessive Lebens- und Existenzgier zu tun? Dann lautet die Antwort: Aber ganz sicher und mit einer brillanten noch dazu.“ (Georg Dox zu Wenn die Birken Blätter treiben, Die Furche)