ALEŠ ŠTEGER

Ales Steger - (c) Edith Cota










Geboren 1973 in Ptuj (Jugoslawien); er zählt zu den bekanntesten slowenischen Autoren der Gegenwart. Šteger studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik an der Universität Ljubljana. Er schreibt Lyrik, Romane und Reiseberichte und arbeitet als Herausgeber, als Lektor des Verlags „Študentska Založba“ und als Übersetzer aus dem Deutschen (u.a. von Ingeborg Bachmann) und Spanischen; seine Werke wurden in mehrere europäische Sprachen übersetzt. Für seine Literatur wurde er u.a. mit dem Veronika-Preis (1998), dem Rožanc-Preis (2007) und dem Horst-Bienek-Preis (2016) ausgezeichnet. Seit 2014 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Auf Deutsch sind von Aleš Šteger mehrere Gedichtbände sowie zuletzt das Logbuch der Gegenwart. Taumeln und der Roman Archiv der toten Seelen (beide 2016) erschienen. In allen Genres spielen das Thema des Aufbruchs und der genaue Blick auf das Fremde eine zentrale Rolle: „Wohin du auch gehen wirst, / Wo immer dein Schatten sich mit den Schatten anderer mischt, / Wisse, dass du dahin, wo ich auf dich warte, nicht mehr zurückkehrst, / Und dass der, der auf dich wartet, nicht mehr ich bin“, heißt es im Gedicht „Die Reise“ aus dem Gedichtband Kaschmir (1997 im slowenischen Original, 2001 auf Deutsch).

Im Rahmen eines groß angelegten Schreibprojekts macht sich Šteger seit einigen Jahren an Orte in aller Welt auf und gibt sich, dort angekommen, eine genaue definierte Zeitspanne zum Schreiben: Unmittelbar und unverstellt reagiert er auf die fremde Umgebung. „Šteger ist kein Katastrophentourist, kein Lustreisender“, schreibt der ungarische Schriftsteller Péter Nádas im Vorwort zum Logbuch der Gegenwart, „mit Sicherheit kein Flaneur, kein Globetrotter, alles andere als das. Ich würde ihn eher einen einsamen, ein wenig verrückten Pilger nennen, der für Sünden büßt, die zu begehen er mit aller Kraft und unter allen Umständen zu vermeiden sucht.“

Sein aktueller Band Über dem Himmel unter der Erde (Hanser, 2019) zeigt Šteger erneut als vielseitigen, gewitzten und formbewussten Lyriker, den es nicht lange an einem Ort hält.