ALAIN CLAUDE SULZER

Alain Claude Sulzer - © Gunter Glücklich
Alain Claude Sulzer, geb. 1953 in Riehen (CH); mehrere Romane, u.a. „Ein perfekter Kellner“ (2004), „Aus den Fugen“ (2012); Rauriser Literaturpreis 1984. Über ein halbes Jahrhundert erstreckt sich die Handlung im Roman „Postskriptum“ (2015), in dem Sulzer die turbulenten Zeitläufte, beginnend im Winter 1932/33, im Schicksal eines jüdischen Filmstars verdichtet und dabei von den Brüchen und Umbrüchen einer ambivalenten Epoche erzählt.



Postskriptum ist ein elegant gebautes Buch. … Historische Sicherheiten gibt es nicht, stattdessen Ambivalenzen. Wie Alain Claude Sulzer das soziale Gefüge … der Vor- und Nachkriegszeit beschreibt, ist ebenso beeindruckend wie die Beklemmung, die er zu erzeugen weiß, wenn er die Schweizer Engstirnigkeit der fünfziger Jahre in Hass gegen Homosexuelle und alles ‚Abartige‘ umschlagen lässt. In solchen Momenten braucht Sulzer wenige Worte, um vieles sichtbar werden zu lassen.“ (Christoph Schröder zu Postskriptum, Die Zeit)

„Sulzer lässt seine Figuren bald gemeinsam, bald getrennt die Bühne seiner raffiniert voraus- und zurückblendenden Romanhandlung betreten. … In den kleinen Geschichten des allmählichen Verschwindens, die der Roman erzählt, schwingt auch das andere, das monströse Verschwinden in diesem aus den Fugen geratenen 20. Jahrhundert mit: so wortlos gegenwärtig, dass dieser andere Schrecken nur in gelegentlichen Andeutungen stumm zwischen den Zeilen lauert.“ (Roman Bucheli zu Postskriptum, Neue Zürcher Zeitung)

In Zusammenarbeit mit dem Literaturforum Leselampe.
Moderation: Christa Gürtler